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Die Historie von Samos (6000 v.Chr. - Heute)
Über die Entstehung von Samos gibt es keine genauen Anhaltspunkte. Es ist aber so gut wie sicher, daß Samos früher Bestandteil des Festlandes
(der heutigen Türkei) war. Knochen von Tieren, die nur auf dem Festland anzutreffen waren, wurden auf Samos gefunden. Einige dieser Funde können
heute im paläontologischen Museum in Mytilini besichtigt werden.
6000 – 3000 v. Chr.
In der Gegend zwischen dem heutigen Pythagorion und dem Ort Ireon hat man die typischen Steinwerkzeuge gefunden, die dieser Epoche zuzuordnen sind. Es sollen
erst die Saien und später die Pelasger gewesen sein, die in dieser Region gelebt haben.
3000 – 1900 v Chr.
In dieserZeit haben sich Karer und Lelegen in der Gegend von Ireon angesiedelt. Bei Ausgrabungen am Hera Tempel hat man prähistorische Spuren von
Häusern und Geräten entdeckt, die diesen Völkern zugeordnet wurden. Samos wurde in dieser Zeit Makaros genannt.
1500 v. Chr.
Die Minoer aus Kreta besiedelten in dieser Zeit viele ägäische Inseln (u.a. auch Samos) und zerstörten die bis dahin bestehenden Kulturen.
1400 v.Chr.
Wie viele andere Kulturen zuvor, ging auch die der Minoer unter. Sie wurde von den Mykenern abgelöst, die bald darauf die ganze Ägäis beherrschten.
Der Anführer der Mykener, Angaios, erreichte ca. 1360 v. Chr. als erster die Insel Samos und gründete die Stadt SAMI. Er war der erste König von
Samos und vererbte diesen Titel an seinen dritten Sohn Samos weiter.
1300 v. Chr.
Es kamen weitere Einwanderer nach Samos. Während der grossen Völkerwanderung geriet Samos kurzfristig unter die Herrschaft der Insel Mytelini
(heute Lesbos). Anschliessend kamen Siedler aus Epidaurus und angeblich sollen sich sogar vertriebene Amazonen unter ihrem König Leogoras auf Samos
niedergelassen haben.
900 v. Chr.
Zu dieser Zeit kamen die Ionier, die damlas vor den Doriern flüchteten, als letzte Einwanderer dieser Epoche nach Samos. Über dieses und auch das
nächste Jahrhundert ist nur sehr weinig bekannt. Nach Herodotus, dem wohl ersten Historiker, soll Samos aber bereits seit 800 v. Chr. dem Bündnis
des Panionion angehört haben.
700 v. Chr.
Berichte aus diesem Jahrhundert lassen Rückschlüsse über den wirtschaftlichen und militärischen Aufstieg der Insel Samos zu. Es soll zu
dieser Zeit Handelsbeziehungen zu Kalikien, Syrien und sogar Spanien gegeben haben. Die Entwicklung zur Seemacht sollte die Insel in den nächsten
Jahrhunderten zu grossem Reichtum führen und den Machtbereich erheblich ausdehnen. Es gab zahlreiche Kolonien im gesamten Mittelmeergebiet.
550 – 520 v. Chr.
Unter der Herrschaft des Polykrates entwickelt sich Samos zum geistigen Zentrum der griechischen Welt. An seinem Hof versammelten sich Wissenschaftler,
Architekten und Künstler. Es gab aber auch Ausnahmen – das Verhältnis zwischen Polykrates und dem Philosophen Pythagoras war derart gespannt,
dass Pythagoras sich gezwungen sah Samos zu verlassen.
Die meisten Sehenswürdigkeiten der Antike stammen aus dieser Zeit (z.B. Hera Tempel, die Stadtmauer von Pythagorion und der Evpalinos Tunnel). Die Herrschaft
des Polykrates endete mit seiner Ermordung durch die Perser.
520 – 480 v. Chr.
Samos steht unter persischer Herrschaft. Erst durch die Niederlage der Perser in einer Seeschlacht nahe Samos gelingt es den Samioten die Freiheit wieder zu erlangen.
480 – 130 v.Chr.
Bis 440 v. Chr. war Samos ein führendes Mitglied des „Attischen Bundes“. Es kommt aber immer wieder zu Auseinandersetzungen wegen der alles beherrschende
Machtpolitik Athens. Die Auseinandersetzungen endeten in einem Aufstand durch die wiedererstarkten Oligarchen (Großgrundbesitzer). Die Reaktion Athens (336 v. Chr.)
war die Besetzung und totale Verwüstung der Insel. Es kam es dann zur Vertreibung der Samioten von Samos. Erst 332 v. Chr. konnten sie, durch Alexander den
Grossen, wieder auf ihre Insel zurückkehren. Sie erreichten jedoch keine politische und wirtschaftliche Unabhängigkeit mehr.
130 v. Chr. – 390 n. Chr.
In dieser Zeit gehörte Samos zur römischen Provinz Asia. Sogar Kleopatra und Antonius besuchten Samos, danach folgte Octavian. Im Jahre 58 n. Chr.
besuchte der Apostel Paulus die Insel Samos.
390 – 1470
Während dieser Jahrhunderte litt Samos unter unzähligen Raubzügen und Eroberungen. Besonders im 11. Jahrhundert schien es eine richtige Mode
zu sein Samos zu erobern und auszuplündern. Die Eroberer der Insel waren u.a. Goten, Hunnen, Türken, Piraten der Ägäis, Kreuzritter,
Venezier und genuesische Herrscher.
1470 – 1570
Samos wurde endgültig von den Türken besetzt und die Bewohner verliessen die Insel. Abgesehen von ca. 40 Familien, die sich im Ambelos- und
Kerkis-Massiv verschanzt hatten, war die Insel in dieser Zeit unbewohnt. 1562 wurde eine türkische Flotte von einem Sturm überrascht und ging vor der
Südküste (in der Nähe des heutigen Ireon) vor Anker. Der türkische Admiral Kilitz Ali Pascha war von der Schönheit und Fruchtbarkeit
der Insel Samos begeistert – er war aber ebenso erstaunt, daß eine derart schöne Insel unbewohnt war. Sein Steuermann, der aus Patmos stammte,
erklärte ihm den Sachverhalt. Kilitz Ali Pascha beschloss, sich beim Sultan für die Wiederbesiedlung Samos einzusetzen.
Es gelang ihm und Samos erhielt sogar weitreichende Privilegien die ansonsten im osmanischen Reich niemals gewährt wurden. So erhielt Samos eine
eigenständige Verwaltung und ausser dem Vertreter des Sultans und einer kleinen Schutztruppe durfte sich kein Türke auf der Insel niederlassen. Nach
und nach kehrten die Samioten, bzw. Ihre Nachfahren wieder nach Samos zurück.
1570 – 1820
Samos erholt sich langsam wieder. Die meisten Ortschaften, die es heute gibt, wurden in dieser Zeit gegründet.
Während des Türkisch – Russischen Krieges wird Samos 1771 von den orthodoxen Russen erobert, die von den Samioten als Befreier von den
Türken begrüsst wurden. Allerdings hielt die Herrschaft der Russen nicht lange und Samos fiel wieder unter die Vorherrschaft der Türken.
Die vormals von Sultan Suleiman II gewährten Rechte und Privilegien wurden von den Türken in den Jahren vor dem Freiheitskampf immer weiter eingegrenzt.
1821 – 1832
Im Freiheitskampf der Griechen gegen die Türken spielt Samos eine wichtige Rolle. Am 18. April 1821 hisste Kapitän Konstantin Lachanas in Vathy zum
ersten Mal die Fahne der Freiheitskämpfer. Der Freiheitskämpfer Lykourgos Logothetis und Bischoff Kyrillos erklären am 8. Mai 1821 offiziell den
Aufstand gegen die Türken.
Der Freiheitskampf erreicht am 6. August 1824 auf Samos seinen Höhepunkt als die türkische Flotte in der Nähe des heutigen Pythagorion aufgerieben
und fast alle türkischen Schiffe vernichtet wurden. Fortan wurde die Ägäis von griechischen Schiffen beherrscht, die den türkischen Verbänden
den Nachschub abschitten.
Nach dem Sieg der griechischen Freiheitskämpfer wird am 3. Februar 1830 nach dem Londoner Protokoll das neue Griechenland erkärt. Samos liegt
allerdings ausserhalb der geografischen Grenzen und der Kampf um die Unabhängigkeit geht für die Samioten weiter. Vor Karlovasi kommt es erneut zu
einer Seeschlacht mit den den Türken aus der die Griechen wieder als Sieger hervorgehen. Theoretisch bleibt Samos aber unter der Herrschaft von Sultan Mahmut II.
Auf Druck der europäischen Grossmächte Frankreich, England und Russland erkennt er am 10. Dezember 1832 eine weitreichende Autonomie der Insel
Samos an und räumt sehr hohe Privilegien ein. Samos wird zur Hegemonie. Der Sultan bestimmt zwar den Fürsten der Samos regiert, aber der muss
griechisch-orthodoxen Glaubens sein. Die Samioten waren davon so "begeistert", daß der erste Hegemon nur mit Waffengewalt inthronisiert werden
konnte.
1833 – 1913
In der Zeit der Hegemonie kam es immer wieder zu Aufständen der Bevölkerung da einige der Fürsten immer wieder versuchten die gewährten
Privilegien für eigene Zwecke zu nutzen um sich am Staatshaushalt zu bereichern. Einige wirkten aber auch positiv auf Samos. So wurde 1855 die
neugegründete Stadt Samos zur Haupstadt erklärt und löste damit Hora, das seit 1675 Regierungssitz war, ab.
Themistoklis Sofoulis setzte sich seit 1900 als Abgeordneter im Parlament von Samos dafür ein, die Türkenherrschaft auf seiner Heimatinsel zu beenden.
Während des Balkankkrieges annullierte das samiotische Parlament am 11. November 1912 den Status der Hegemonie und erklärt die Vereinigung mit dem
griechischen Königreich. Offiziell erfolgte diese Vereinigung dann am 23. März 1913.
1914 – heute
Durch die Tabak- und Lederverarbeitung (die Ruinen der Lederfabriken kann man in Karlovasi besichtigen) kam die Insel langsam wieder zu Wohlstand. Der 2.
Weltkrieg bringt für Samos die wohl größte Katastrophe der Neuzeit. Der Nachschub war abgeschnitten und die Tabak- und Lederfabriken mussten
schliessen – Samos verlor damit seine wichtigsten Haupteinnahmequellen. Am 21. November 1941 bomardieren deutsche Flugzeuge Pythagorion und Samos-Stadt.
Die Invasion der deutschen Truppen beginnt. Die Befreiung erfolgt am 5. Oktober 1944. Die Not der Bevölkerung ging jedoch weiter.
Der griechische Bügerkrieg 1947 – 1949 ist auch an Samos nicht spurlos vorübergezogen. Die Wirtschaft lag am Boden und viele Bewohner sahen ihre
einzige Hoffnung in der Auswanderung. Erst 1974, nach Wiedereinführung der Demokratie, begann sich die Wirtschaft stetig zu konsolidieren.
Mit Beginn des Pauschaltourismus machte sich langsam wieder ein gewisser Wohlstand breit. Mit ca. 72% des Bruttosozialproduktes ist der Tourimus heute die
wichtigste Einnahmequelle.
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